Jubi30

30 Jahre „Saitenwind“

Orchester und Verein

Das Laienorchester „Saitenwind, … das Zupforchester Schneverdingen“ setzt sich aus musikbegeisterten Menschen zusammen, die Teile ihrer Freizeit der Musik und ihrem Instrument schenken. Gemeinsam wird musiziert – und das schon 30 Jahre lang. Einige Orchestermitglieder aus den Anfangsjahren, haben inzwischen das 70. oder 80. Lebensjahr erreicht. Ihre unveränderte Aktivität zeigt einmal mehr - Musik hält jung!

Über die 30 Jahre hinweg erarbeitete sich das Orchester ein umfangreiches Repertoire, das ständig erweitert wird. In der Entwicklung des Orchesters gab es bisher vier Etappen: die Gründung unter der Leitung von Oskar Eckert, später übernahmen nacheinander Antje Husemann, Antje Wielert und Zhanna Kin das Dirigat. Ein Orchester, das sich entwickeln will, braucht auch jugendlichen Nachwuchs. Daher gründete der Verein unter der Leitung von Joachim Wielert am 01.09.2010 das Nachwuchsorchester „SaitenFreunde, ...das junge Zupforchester Schneverdingen“. Beide Orchester sind unter dem Dach des zugehörigen Vereins zusammengefasst. Zum Verein gehören nicht nur die aktiv Musizierenden, sondern auch weitere Musikinteressierte, die Orchester und Jugendarbeit vielseitig unterstützen. Zu einem Konzert, wie dem Jubiläumskonzert zum 30. Geburtstag von Verein und Orchester “Saitenwind,…das Zupforchester Schneverdingen“, sind viele Vorbereitungsarbeiten zu leisten, die das Orchester allein nicht bewältigen könnte. Es waren Plakate, Eintrittskarten und Programme zu drucken, die Bühne auf- und abzubauen, zu schmücken, Stühle zu stellen, die Eintrittskarten zu verkaufen sowie Kaffee, Kuchen und Getränke vor dem Konzert und während der Pause anzubieten. Den fleißigen Helfern kann für diese Arbeit nicht genug gedankt werden.

Die Konzertbesucher wurden im Vorraum des Bürgersaales in der Freizeitbegegnungsstätte Schneverdingen mit Bildern, Programmen und Berichten aus der 30-jährigen Geschichte des Zupforchesters empfangen. Mit viel Interesse wurde die Instrumentenausstellung in der Cafeteria wahrgenommen. Neben Mandolinen, Mandolen und Gitarren konnten auch seltenere Instrumente wie Waldzither, Gitarrenlaute und Balalaika angeschaut werden.

 

Das Jubiläumskonzert

Im ersten Teil des Konzertes hatten die „SaitenFreunde“ unter der Leitung von Joachim Wielert ihren Auftritt. Sie hatten bereits zuvor beim Kinderfest der Stadt Schneverdingen im Walter-Peters-Park gespielt, waren aber kein bisschen müde. Taktsicher spielten sie Tänze aus Renaissance und Barock. Percussionistin Antje Wielert gab der Musik zusätzlichen, mittelalterlichen Pfiff. Mit „College Hornpipe“ wurde danach traditionelle englische Musik geboten. Schließlich zauberten die jungen Musikanten musikalische Bilder der Katzen Chief, Pisa und Striezel in „Blues & Boogie“ von Elke Tober-Vogt. Jeder konnte die Katzen schleichen, springen, fauchen, jagen hören. Großen Beifall gab es für alle Darbietungen. Die „SaitenFreunde“ bedankten sich mit dem irischen Tanz „Ratification“ als Zugabe.

Anschließend überraschte ein Premieren-Auftritt der „SaitenSchüler“. Die Schüler Joachim Wielerts (hier Gitarrenbass), Stephen Arps (1. Mandola), Tobias Grieser (2. Mandola), Antje Wielert (hier 3. Mandola) und Marina Weber (Gitarre), vereinten ihr Können im „Kanon“ von Johann Pachelbel. Der verdiente Applaus für dieses besondere Geburtstagsgeschenk blieb nicht aus.

Im zweiten Teil des Konzertes begab sich das Hauptorchester unter der Leitung seiner Dirigentin Zhanna Kin auf eine musikalische Weltreise. Zum Auftakt erklang die von Antje Husemann komponierte Erkennungsmelodie „Saitenwind“ mit Begleitung von Akkordeon (Ingrid Ziebell) und Blockflöte (Antje Wielert). Die stimmungsvolle „Morgenstimmung“ und „Anitra's Tanz“ aus Peer Gynt nahmen die Zuhörer mit in die nordische Heimat des Komponisten Edvard Grieg (Bearbeitung der Stücke für Zupforchester von Klaus Schindler). Vier Stücke aus „Celtic Fairies“ von Bruno Szordikowski entführten anschließend nach Schottland, England und Irland. Und das nicht nur musikalisch: als Untermalung wurden zu allen Stücken von Saitenwind passende Bilder an eine Leinwand projiziert. Schwungvoll kam schließlich die „Rumba für Zupforchester“ von Dieter Kreidler daher. Mit traditioneller Musik aus Südamerika schloss sich die „Cordillera“ in der Bearbeitung von Inge Kälberer an. Das Orchester wurde mit seinem Spiel dem Temperament der vier Stücke aus Bolivien, Argentinien und Peru voll gerecht. Etwas ruhiger ging es mit „Ein gut Dantzerey“ von Elke Tober-Vogt zurück nach Europa (Tänze des 16. Jahrhunderts aus Polen, Schottland und Ungarn). Mit den traditionellen Klängen der „Russischen Impressionen“ in der Bearbeitung von Roland Ganz malte das Orchester mit seinem Spiel Szenen „auf glattem Wolgaeise“ und „im Mai“. Nach dem „Wiegenlied“ klangen schließlich die Wellen der „Wolga in ihrem breiten Bette“ durch das weite Land.

Mit diesem Stück verabschiedete sich das Orchester sehr emotional von seiner Dirigentin Zhanna Kin, die nun in ihre russische Heimat nach Wolgograd zurückkehren wird. Anhaltender Beifall belohnte das Können der Mitwirkenden, die sich dankend als Zugabe mit einer Melodie aus der „Love Story“ von Francis Lai in der Bearbeitung von A. Himmer und A. Wielert von ihrem Publikum verabschiedeten.

Eine besondere Freude gab es während des Konzertes für Antje Wielert, die für 25 Jahre aktive Zupfmusik unter herzlichem Beifall mit der silbernen Ehrennadel des Bundes Deutscher Zupfmusiker (BDZ) ausgezeichnet wurde.

 

Ein Blick in die Zukunft

Nach dem Konzert ist vor dem Konzert, d.h. kaum waren die Töne verklungen, der Saal aufgeräumt, die Ausstellung abgebaut und das gemeinsame Abendessen verzehrt, begann schon die Vorbereitung für die nächsten Konzerte, die nun Joachim Wielert dirigieren wird. Auftritten in Eyendorf und in Bad Fallingbostel wird zum Beispiel ein Weihnachtskonzert am 20. Dezember 2014 in der Peter-und-Paul Kirche folgen.

Bericht von Barbara Schlieter